Meine erste selbstgenähte Tasche

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Ich freue mich so über meine erste selbstgenähte Einkaufstasche. Schon seit ich die vielen Blogs übers Selbernähen verfolge, hatte ich den Wunsch, mir auch eine Tasche selber zu nähen. Die Frage war nur, welche Tasche soll es denn sein? Was Einfaches, was Aufwändiges oder vielleicht sogar einen eigenen Schnitt entwerfen?

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Welcher Taschenschnitt soll es denn sein?

Ich habe mich für die Charliebag entschieden. Wie ihr seht, ein ganz einfacher Schnitt, aber sehr praktisch. Mit viel Platz für Einkäufe und bequem zu tragen. Den Schnitt gibt es für $1.99 bei Burda und ich habe mir lange überlegt, ob ich den Schnitt wirklich kaufen soll. Es gibt auch einen kostenlosen Schnitt von verypurpleperson der ähnlich wie die Charliebag ist, nur etwas kleiner und mit rundem Boden.

Übrigens, im Internet findet man schon sehr viel über die Charliebag,  ich möchte euch aber trotzdem von meinen Überlegungen und meiner Näherfahrung berichten.

Meine Entscheidung für den Charliebag nach dem Burdaschnitt

Zurück zur Schnittwahl. Da meine Tasche groß sein sollte, habe ich den Burdaschnitt gekauft. Ich improvisiere ja gerne und mache meine eigenen Schnitte, aber warum nicht mal etwas genau nach Anleitung nähen? Kann ja nicht schaden und $1.99 (man kann nur mit Kreditkarte zahlen, zumindest habe ich keine andere Möglichkeit gefunden) war mir der Schnitt wert.

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Ich habe mir also den Schnitt gekauft, ausgedruckt, zusammengeklebt und dann hab ich erst mal etwas verwundert geschaut.

Ist der Burdaschnitt wirklich der Schnitt für die vielen wunderschönen Charliebags, die ich schon gesehen habe?

Alle Charliebags die ich gesehen hatte, hatten entweder einen geraden Boden oder einen runden Boden. Der Schnitt allerdings ist unten einfach ganz gerade und es werden auch keine Ecken abgenäht.  Da war mir schnell klar: Wenn ich nach Anleitung nähe, dann wird die Tasche nicht so, wie ich sie mir vorgestellt habe. Außerdem ist die Tasche nach dem Burdaschnitt nicht gefüttert und hat dafür eine Innentasche, in die man die Tasche kleingefaltet stecken kann, um sie dann in der Handtasche mitzunehmen. (Was ja eigentlich auch nicht schlecht ist, so muss ich sie mir auch noch nähen.)  Also habe ich noch einmal im Internet nach den Anleitungen für die Charliebag gesucht und Folgendes gefunden:

Anleitungen nach denen die Charliebag  abgeändert bzw. aufgewertet werden kann

  • Bei durbanville.design gibt es eine sehr schöne Anleitung wie die Charliebag gefüttert wird. Ebenso, aber auf Englisch, bei Verypurpleperson (dort findest du auch den Schnitt für die kleinere Version).
  • Auch bei Ute von durbanville.design findest du einen Rückblick auf Ihre ganz besonderen Charliebags, wirklich sehenswert, tolle Ideen!
  • Und da, bei durbanville.design,  hat mir die Nr. 5 mit rundem Boden aus Kunstleder und Stoff am besten gefallen. So sollte meine Tasche werden. Statt Kunstleder hatte ich an  Snappap gedacht.  Wie der Boden rund wird, hat Ute hier ganz genau beschrieben.
  • Und was ich auch wollte: Henkel aus Gurtband und nicht aus Stoff. Dazu gibt es eine schöne Beschreibung bei Draußen nur Kännchen.
  • In der gleichen Anleitung wird auch erklärt, wie die unteren Ecken ausgeschnitten werden müssen, damit die Tasche unten einen schönen eckigen Boden bekommt (wenn man nicht die Variante mit dem runden Boden wählt).

Besonderheiten des Burda-Schnittes für die Charliebag

Und vielleicht ist noch zu erwähnen, dass beim Burdaschnitt die Nahtzugabe im Schnittmuster schon dabei ist. Daran muss ich mich zuerst gewöhnen. In meinem ersten „Nähleben“ gab es nur Schnitte ohne Nahtzugabe.

Außerdem fällt die Tasche sehr breit aus. Wer es schmäler will, kann rechts und links etwas mehr als die vorgesehene Nahtzugabe von 1cm abnähen.

Die Henkel aus Gurtband sind etwas länger als die angeschnittenen Henkel aus Stoff. Das finde ich aber sehr schön und die Tasche lässt sich trotzdem noch gut tragen, ohne dass sie am Boden streift. Wer will, kann natürlich auch die Henkel aus Stoff ein paar cm länger machen.

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Und jetzt noch ein paar Worte zu meiner ersten Näherfahrung mit Snappap

Ich hatte mir das Material vor ein paar Wochen bei Snaply bestellt, weil ich es auch für meine Etiketten verwenden will. Bei den vielen Nähbeispielen zu Snappap hat mir das Material, wenn es gewaschen und wie verknitterte Pappe aussieht, besser gefallen. Also habe ich meine Teile ausgeschnitten, gewaschen und in den Trockner gesteckt. Dadurch ist das Material etwas weicher geworden. Mit Leder lässt es sich aber nicht vergleichen. Es ist immer noch sehr starr.  Zuerst habe ich die Abnäher für den leicht runden Boden genäht. Das ging problemlos. Snappap lässt sich wirklich leicht mit der Maschine nähen. Erst danach habe ich die Stoffteile an den Boden genäht und gemerkt, dass ich mit meinen Abnähern etwas voreilig war. Dadurch, dass Snappapp überhaupt nicht geschmeidig ist, konnte ich den Stoff nicht so schön an die Kante legen. Man sollte also auf jeden Fall zuerst die geraden Kanten von Snappap und Stoff zusammensteppen, ehe man die Abnäher näht, also solange beide Teile noch ganz plan liegen.

Beim Zusammensteppen der beiden Taschenteile ist mir auch aufgefallen, dass sich Snappap absolut nicht dehnen lässt. Das ist ja eigentlich ganz gut beim Nähen, hat aber den Nachteil, dass die Teile genau gleich groß sein müssen, wenn die Abnäher genau aufeinandertreffen sollen. Man kann nicht mal schnell den Oberstoff oder Unterstoff um einen oder 2 Millimeter dehnen um Ungenauigkeiten auszugleichen.

Das Wenden der Tasche war übrigens auch nicht so einfach, wie man es bei Stoff gewohnt ist, eben weil Snappap ziemlich starr ist.

Außerdem wollte ich es nicht riskieren, das Genähte wieder aufzutrennen. Ich vermute, dass die Nadelstiche im Material sichtbar bleiben. Aber das werde ich noch einmal testen.

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Innenausstattung meiner Charliebag

„Aus einer so großen offenen Tasche kann schnell mal etwas herausfallen, wenn ich diese achtlos ins Auto legen“, habe ich mir gedacht. Und deshalb war mir eine schöne große Innentasche mit Reißverschluss für den Geldbeutel und das Handy wichtig. Den Reißverschluss habe ich noch in meiner Restkiste gefunden. Zufällig dieselbe Farbe wie mein Snappap. Und dann habe ich noch einen kleinen Karabinerhaken in die Seitennaht des Futters eingenäht. Praktisch für meinen Schlüsselbund, den ich grundsätzlich unten in meiner Tasche liegen habe, wenn diese mit allen Einkäufen vollgepackt ist.

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Toll geworden die Charliebag, oder?  Jetzt aber schnell zum Einkaufen!

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Stoffe:
Außenstoff von Ikea aus dem Jahr 2009
Futterstoff: Rest einer Gardine, auch von Ikea.
Boden: Snappap von Snaply

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TT – Taschen und Täschchen

PS: Freue mich immer über einen Kommentar!

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8 Comments

  1. Liebe Resa,
    vielen Dank für deine ausführlichen Ausführungen zur Verarbeitung.
    Ich finde, Deine Tasche ist Dir wunderbar gelungen. Sie gefällt mir sehr sehr gut!
    Und….. du hast großartige Schuhe an, das nur nebenbei….
    Liebe Grüße aus Stuttgart
    Christine

  2. Ich bin gerade über Taschen und Täschchen hier gelandet und bin ganz begeistert von deiner Charliebag-Version, dein Ikea-Stoff gefällt mir sehr gut!
    Viele Grüße, Barbara

    1. Danke liebe Barbara! Sehe gerade, dass du auch eine tolle Charliebag genäht hast. Die „Charliebags“ sehen in allen Varianten toll aus… ich habe schon die nächste im Kopf….
      Liebe Grüße, Resa

  3. Deine Tasche ist ganz toll geworden , der Stoff passt sehr schön zur/zum Snappap und du hast dir soviel Mühe gegeben und alles so ausführlich geschrieben, das hat Spaß gemacht, hier zu lesen.
    Viele Grüße von Miri

  4. Liebe Resa
    Jetzt habe ich gerade mit grossem Interesse deine spannenden Ausführungen zur Charliebag gelesen :-). Toll!
    ich nähte ja einfach mal drauf los und habe gar nicht so viel überelgt. Mitunter sind auch hier einige Chaliebags entstanden – aber keine so edel und exklusiv wie deine.
    Lg Martina

    1. Liebe Martina,
      tausend Dank für deinen Kommentar. Ja, hatte einfach mal Lust alles genau zu erklären. Dachte ja im ersten Moment ich könnte die Tasche auch ganz ohne Schnitt nachnähen. Aber irgendwie war es dann trotz Schnitt gar nicht einfach 😉 Und weißt du was – ich schau mir gerade noch mal deine Posts an – und es war das Bild von deinen blauen Gurtbändern, das mich motiviert hat, mir einen kleinen Vorrat mit Gurtbändern anzuschaffen.
      Und jetzt leg ich mich mit „Glück ist wenn man trotzdem liebt“ ins Bett. Habe ich letzte Woche geschenkt bekommen und gerade auch bei dir im Blog gesehen 🙂
      LG Resa

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